Nach dem Verlassen der Zufluchtsstätte stehen den ehemaligen Bewohnerinnen qualifizierte Nachsorgeangebote zur Verfügung.
Frauen und ihre Kinder, die Minoritäten angehören, sind erfahrungsgemäß in Frauenhäusern als Bewohnerinnen präsent.
Dies sind Frauen, Mädchen und Jungen, die aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, Ethnie, Hautfarbe, anderer körperlicher Merkmale, sexueller Orientierung, ihrer Nationalitäten u.a. diskriminiert werden. Dieser Umstand erfordert in der Frauenhausarbeit besondere Aufmerksamkeit und einen sensiblen Umgang.
So nehmen sie heute in der Struktur der psychosozialen Versorgung einen unverzichtbaren Platz ein.
Ein Frauenhaus, wie es von uns konzeptionell betrieben wird, bietet den Zuflucht suchenden Frauen vielschichtige und professionelle Hilfe, die individuell auf ihre jeweilige Lebenssituation zugeschnitten ist. Sie werden bei psychischen, physischen, sozialen und rechtlichen Problemen beraten, fachkundig weitervermittelt und praktisch unterstützt, ihren Weg zu finden und zu gehen. Sie werden darin bestärkt, ihr Leben selbst aktiv in die Hand zu nehmen und ihren Handlungsspielraum zu erweitern. Grundlage der Arbeit bildet ein feministischer, antihierarchischer und ressourcenorientierter Ansatz.
Sie sind in einer Atmosphäre der Gewalt aufgewachsen, sind ZeugInnen der brutalen Übergriffe auf ihre Mütter geworden, und oft sind sie selbst Opfer physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt. Die Gewalterfahrungen sind prägend für ihr weiteres Leben. Die Kinder bedürfen deshalb in besonderer Weise Aufmerksamkeit, Zuwendung und einer Atmosphäre der Geborgenheit. Alle im Hause lebenden Kinder haben feste Ansprechpartnerinnen unter den Frauenhausmitarbeiterinnen, die sich um ihre Belange kümmern und mit ihnen den Frauenhausaufenthalt so angenehm wie möglich gestalten.
Parteilichkeit
Hilfe zur Selbsthilfe
Wertschätzung und Grenzsetzung
Ganzheitlichkeit und Ressourcenorientierung
Vertraulichkeit und Freiwilligkeit
Gleichberechtigung im Team
arbeitet das Frauenhaus Göttingen ebenso mit anderen Frauenprojekten zusammen.
Das Frauenhaus Göttingen arbeitet aktiv in folgenden Gremien mit:
Frauenprojekteplenum Göttingen
Runder Tisch gegen Häusliche Gewalt Göttingen
Runder Tisch gegen Gewalt in Northeim
Landesarbeitsgemeinschaft der autonomen Frauenhäuser Niedersachsen
Regionalgruppe der Frauenhäuser Regierungsbezirk Braunschweig
Regionaler Arbeitskreis "Arbeit mit Mädchen und Jungen in Frauenhäusern"
Darüber hinaus besteht die Kooperation mit allen Einrichtungen, die potentiell mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern zu tun haben oder die bei der Unterstützung der Frauen und Kinder bedeutsam sein können.