Das belegt eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend aus dem Jahr 2004.
Trotz des immensen äußeren Drucks wagen Frauen den Schritt aus der Gewaltbeziehung.
Jährlich flüchten in Deutschland etwa 45000 Frauen und ihre Kinder in Frauenhäuser. Sie stellen nur die Spitze des Eisberges dar.
Die Ehe als Institution genießt den „besonderen“ Schutz des Staates. Die Familie gilt als ein Ort der Sicherheit, in dem einzelne Mitglieder Geborgenheit und Schutz erfahren. In einer Partnerschaft sind nach gängiger Meinung zwei Menschen durch Liebe und gegenseitigen Respekt miteinander verbunden.
Die Formen der Gewalt, die Frauen erfahren, sind vielfältig:
Physische Gewalt (z.B. stoßen, schlagen, treten, mit Waffen bedrohen)
Psychische Gewalt (z.B. einschüchtern, beleidigen, bedrohen, Eigentum zerstören)
Sexuelle Gewalt (z.B. als Sexobjekt behandeln, zu sexuellen Handlungen zwingen)
Soziale Gewalt (z.B. sie wie eine Bedienstete behandeln, im sozialen Umfeld schlecht machen, von Außenkontakten isolieren)
Emotionale Gewalt (z.B. kontrollieren, für verrückt erklären, Schuld zuweisen)
Ökonomische Gewalt (z.B. zwingen o. verbieten zu arbeiten; Geld zuteilen, verweigern, wegnehmen)
Auch wenn Kinder die Misshandlungen nicht unmittelbar „am eigenen Leib“ zu spüren bekommen, wirkt sich das Erleben der Gewalt gegen die Mütter vielfältig negativ auf Kinder aus.
und ertragen die Situation über Jahre hinweg, weil
Gewalt in der Familie nach wie vor ein Tabuthema ist
ihre Umgebung gar nicht oder nicht angemessen reagiert, wenn sie Gewalthandlungen bemerkt
Frauen die Schuld am Auseinanderbrechen der Familie zugeschrieben wird, wenn sie sich aus der Gewaltbeziehung lösen
Frauen eher die Schuld bei sich suchen, als den Täter verantwortlich zu machen
Frauen oftmals glauben, wirtschaftlich von ihren Männern abhängig zu sein
Gewalt gegen Frauen ist nicht das individuelle Problem der einzelnen Frau, sondern das Problem der Gesellschaft, die diese Gewalt duldet.